Writing: Prepper - Leitfaden zum Überleben | Vorwort & Kapitel I


Wie an dieser Stelle angekündigt, ist bei dem Verfassen von Prepper seinerzeit einiges an Mateial entstanden, dass dann im Buch nicht verwendet wurde. Ich habe mich mittlerweile dazu entschieden, das Material  über diesen Blog veröffentlichen zu wollen.

Vorerst werde ich die bestehenden 12 + 1 Fragmente (wie bereits geschrieben habe ich die Arbeit damals dann abgebrochen) an dieser Stelle veröffentlichen. Bei Interesse kann ich mir auch vorstellen, alles noch einmal in einem einzelnen Dokument aufzubereiten.

Alles, was folgt, ist vorerst Rohfassung, damit also aus dem 1st draft, völlig unlektoriert und unbearbeitet. Ich hoffe, ihr habt trotzdem Spaß damit.

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Vorwort


Ordnung und Beständigkeit sind eine Lüge. Wir, die wir in unser beschaulichen Sicherheit leben, die wir täglich durch gefüllte Regalreihen der Supermärkte schlendern, bedeutungslose Jobs und noch viel schlimmere Ehen führen, unser Ego mit einem leistungsstarken Wagen oder einem dicken Smartphone aufblasen und uns an der Qualität unserer Selfis (und den dazugehörigen Kulissen) messen, vergessen das leider viel zu schnell. Wir leben in einer Blase, sicher wie in Mutters Schoß. Wir glauben, es könnte ewig so weitergehen, dass jede Entwicklung nur Fortschritt brächte und unsere Komfortzone erhalten bleibt. Das ist ein Irrglaube. Nichts auf dieser Welt hat Bestand. Nichts, was der Mensch geschaffen hat, wird die Zeiten überdauern. keine Gesellschaftsform, kein Imperium - egal wie mächtig - hat der Zeit trotzen können. Die Geschichte ist voll von Beispielen: Assyren. Ägypten. China. Rom. Das mongolische Reich. Byzanz. Spanien. Alles, was uns diese Weltreiche hinterlassen haben, sind Ruinen. Natürlich, wir berufen uns auf Traditionen und Gepflogenheiten, das das ändert nichts. Sie alle sind untergegangen. Chaos ist der natürliche Lauf der Dinge. Wir glauben, das Chaos beherrschen zu können, doch das ist ein Trugschluss. Wir sind Nichts im Vergleich zur Gewalt der Natur. Und wir sind unbedeutend im Vergleich zu den Kräften des Kosmos. Auf jede Zeit der Beständigkeit und der Ordnung muss eine Zeit des Chaos folgen. Eine Epoche, in der wir uns von all jenen befreien, die nur Ballast sind, die von der natürlichen Auslese ausgespart wurden. Und das Chaos, es rüttelt an unserer Realität. Es kündigt sich an. Jeder, der Augen hat und einen wachen verstand, kann es sehen: New York, London, Spanien, Paris, Brüssel: Die Einschläge kommen näher. Die Kräfte, die alles, was uns lieb und teuer ist, zu verschlingen drohen, werden wir nicht aufhalten können. Also muss man lernen, sich mit ihnen zu arrangieren. Vorbereitet zu sein. Für den Ernstfall. Den Zusammenbruch aller Ordnung. Den Tag 0. 

Kapitel 1  - Die goldene Regel

Falls es Ihnen noch nicht aufgefallen ist: Andere Menschen werden Sie für einen Spinner halten, wenn sie erfahren, dass Sie sich auf den Untergang der bekannten Gesellschaft vorbereiten. In den besseren Fällen wird man über Sie lächeln, Ihnen den Vogel zeigen – in den schlechteren Fällen wird man an Ihrer Zurechnungsfähigkeit zweifeln. 

Obwohl die Zeichen der Zeit sich nicht ignorieren lassen, ist der Großteil der Menschheit blind für die Wahrheit. In den Köpfen der meisten Menschen ist das, von dem Sie und ich wissen, dass es kommen wird, völlig unvorstellbar. Niemand scheint in Betracht ziehen zu können, dass die Zeiten des Friedens und des Wohlstands nicht für ewig währen können. Sie haben sich alle so an diese angebliche Zivilisation gewöhnt, sind so verweichlicht, dass sie sich selbst belügen. Sie reden sich ein, dass Frieden und Wohlstand für immer halten werden. So, als würde die Welt sich in einer Stasiskapsel befinden, als könne dieser Zustand auf ewig konserviert werden. Es macht auch überhaupt keinen Sinn, gegen die Borniertheit dieser Menschen anreden zu wollen: Das Urteil ist längst gefällt und der Standpunkt der Unwissenden so unverrückbar, wie er nur sein kann.
Es gibt daher gar keinen Grund, irgendjemandem davon zu erzählen, dass Sie unter die Prepper gegangen sind. Glauben Sie bloß nicht, dass sie Gleichgesinnte finden werden. Das, was die Gesellschaft Menschen wie uns entgegenbringt, sind Verachtung und Hohn. Aber das ist kein Problem. Es ist sogar ein Vorteil. Stellen Sie sich doch einmal vor, wie schwer es wäre, sich auf den Ernstfall vorzubereiten, wenn es alle tun würden. Es wäre weitaus schwerer, an die Dinge zu gelangen, die es zum Überleben wirklich braucht. Also lassen Sie den Menschen ihre hochnäsige Einstellung – und genießen Sie den Fall dieser Leute, wenn es so weit ist. 

Überhaupt: Es gibt keinen rationalen Grund, irgendjemandem von Ihren Vorbereitungen zu erzählen. Darüber zu Schweigen, niemanden einzuweihen – das ist Ihre beste Lebensversicherung. 

Die Welt ist kein friedlicher Ort. Menschen sind nicht nett. Und die Gutmütigen sind immer diejenigen, die am Ende für ihre Dummheit bezahlen müssen. 

Wenn diese Zivilisation zusammenbricht, dann beginnt für die Millionen von Menschen eines Landes der Überlebenskampf. Und diesen Kampf kann man nicht mit einem sanften Herzen gewinnen. Geht es um das Überleben, ist sich jeder selbst der nächste. Freundschaften haben dann keinen Wert mehr und Sympathie wird vom Streben, das Chaos mit heiler Haut überstehen zu wollen, weggerissen. Die Botschaft kann daher nur lauten: Vertrauen Sie niemandem, egal was kommt. Seien Sie nicht leichtgläubig und lassen Sie sich nicht von anderen Menschen blenden. 

Im ersten Moment klingt das hart, doch nehmen Sie sich ruhig die Zeit, diese goldene Regel bis in die letzte Konsequenz durchzudenken. Am Ende kann eigentlich nur eine Erkenntnis stehen, nämlich, dass ihre Verschwiegenheit und ihr Misstrauen gegenüber anderen Menschen darüber entscheidet, ob sie überleben werden oder nicht. Die Sache ist ganz einfach: Wenn niemand von ihren Vorratslagern und Verstecken weiß, dann kann er sie in der Krise auch nicht überfallen. 

Und wenn Sie skeptisch sind, wenn Sie wirklich Glauben, anderen Menschen vertrauen zu können und sie in ihre Vorbereitungen auf die Krise einweihen zu können, dann bitte ich Sie, die Augen zu öffnen und einen aufmerksamen Blick in die Welt zu werfen. Schauen Sie sich an, was Menschen unter Druck, im Kampf um das Überleben, bereits sind, aneinander anzutun. Nehmen Sie sich einfach eine Stunde Zeit und durchforsten das aktuelle Tagesgeschehen auf der Welt. Nachbarn überfallen einander, Familienmitglieder bringen sich im Streit um etwas subjektiv Wichtiges um. Unter Druck sind Menschen bereit, jede Moral und jeden Anstand zu vergessen. Egal für wie hoch entwickelt wir unsere Spezies auch halten mögen – es ist eine unumstößliche Tatsache, dass wir von den Tieren abstammen. Tiere wiederum sind von ihren Instinkten, nicht von ihrer Vernunft gesteuert. Haben Sie einmal gesehen, zu was Tiere in lebensbedrohlichen Situationen in der Lage sind? Glauben Sie mir einfach, wenn ich sage, dass der Mensch in solchen Situationen noch viel schlimmer sein kann.
Natürlich wird das Misstrauen sie einsam machen. Aber es ist ein Garant für ihr Überleben. Und genau darum geht es doch. Schweigen Sie also. Weihen Sie niemanden ein. Seien Sie unauffällig.
Der unabwendbare Untergang der Zivilisation, wie wir sie kennen, ist in den letzten Jahren immer mehr in das Licht der Öffentlichkeit geraten. Eine ganze Menge von Menschen, die sich selbst als Prepper begreifen, als solche die sich auf das kommende Chaos vorbereiten, haben den Fehler gemacht und die Medien zu sich nach Hause geholt. Im Angesicht der wenigen Minuten Ruhm, den sie sich von einem Auftritt im Fernsehen versprechen, berichten diese Leute bereitwillig darüber, auf welche Art und Weise sie sich auf die Krise vorbereiten. Und nicht nur, dass sie für jeden Zuschauer erkenntlich vor die Kamera treten, sie lassen auch zu, dass ihre Häuser, ihre Verstecke und ihre Vorratslager gefilmt werden. Bereitwillig geben sie Auskunft darüber, wie sie sich auf das Chaos vorbereiten. Ich selbst halte diese Menschen für dumm. Sie haben ihren größten Schutz, die Anonymität aufgegeben und sind in das Licht der Öffentlichkeit getreten. Sie haben ignoriert, dass es Freunde, Bekannte, Nachbarn und Arbeitskollegen gibt, die auch Fernsehen schauen. Und wenn die Welt dann zu Grunde gehen wird – was glauben Sie, wer bei diesen angeblichen Preppern auf der Matte stehen und um Hilfe bitten wird? Genau. Und glauben diese leichtsinnigen Idioten wirklich, dass in den Zeiten des Internets, der Mediatheken und der Videoplattformen ihr Beitrag wieder schnell in Vergessenheit geraten würde? Durch ihren Schritt in die Öffentlichkeit haben sie ihre Vorbereitungen, manchmal viele Jahre, völlig ruiniert. Glauben Sie mir: Wenn es so weit ist, werden sich genügend Menschen an ein solches Video erinnern. Und es wird einige geben, die einordnen können, an welchem Ort die Aufnahmen gemacht wurden, vielleicht weil etwas mit Wiedererkennungswert in den Aufnahmen auftauchte. Andere wiederum werden in der Lage sein, auch nur mit sehr wenig Informationen herauszufinden, an welchem der Prepper, der da so schön in die Kamera gelächelt hat, seine Lager eingerichtet hat. 

So oder so: Andere einzuweihen, ihnen zu vertrauen bedeutet in jedem Fall Probleme. Im schlimmsten Fall haben Sie durch eine solche Unachtsamkeit bereits ihr Todesurteil unterschrieben, ohne, dass es Ihnen klar ist. Nun ist es ihr Leben und Sie müssen wissen, was Sie damit tun. Sie hätten jedoch nicht zu diesem Buch gegriffen, wenn Sie nicht auf der Suche nach Ratschlägen wären. Meine Meinung ist: In dem Moment, in dem Sie jemand anderen in Ihr Geheimnis einweihen, können Sie gleich damit aufhören, sich Prepper zu nennen.
Hören Sie nicht auf diese Allgemeinplätze, in denen irgendjemand behauptet, dass der Mensch ein Rudeltier sei. Es geht um Ihr Überleben – und dort gibt es nur eine Möglichkeit: Sie müssen egoistisch sein. Die ganze Welt ist das – also warum sollten Sie nach anderen Regeln spielen? 

Spätestens wenn Sie bis zu dieser Zeile gekommen sind, werden sie sich wohl eine Frage stellen: Was ist mit der Familie? Vielleicht haben Sie bereits vor einigen Jahren den Fehler gemacht, sich zu binden, vielleicht ist es noch schlimmer und Sie haben sich Ballast in Form von Kindern ans Bein gebunden. Sie merken schon, was ich ganz persönlich davon halte. Wissen Sie, die schlimmsten Tragödien spielen sich innerhalb von Familien ab. Da ermordet der eine Partner den anderen, da werden Eltern bestohlen und Kinder missbraucht. Es wird betrogen, gelogen, gestohlen, geprügelt. An Zusammenleben in jeder Form haben Lügen teils einen großen Anteil. Überlegen Sie doch einmal, wieviel Unehrlichkeit Sie in Partnerschaften, Lebensgemeinschaften und Ehen bereits am eigenen Leib erlebt oder gesehen haben. Wenn Menschen, die bereits Jahrzehnte miteinander verbracht haben, sich belügen und betrügen können – welches Argument gibt es dann für eine Familie? Immerhin geht es hier um den Ernstfall, den Kollaps, der sich mitunter über Wochen, Monate oder gar Jahre erstrecken könnte. Glauben Sie wirklich, Sie würden Ihre Chancen in einem solchen Fall erhöhen, wenn Sie sich mit Menschen umgeben? Geben Sie sich nicht der Illusion des Vertrauens hin. Sie können niemandem trauen. Sie dürfen niemandem trauen. 

Auch auf einer anderen Ebene sind Menschen in einem Ernstfall ein echter Ballast. Andere Personen werden im Falle der Krise ihren bewegungsspielraum einschränken. Stellen Sie sich vor, es handelt es ich um Alte, Kranke oder Kinder und Jugendliche: Diese Personen sind bei weitem nicht so leistungsfähig wie ein gesunder, erwachsener Mensch. Fragen Sie sich selbst was Ihnen lieber ist: Wenn das Chaos kommt, sind Sie vielleicht gezwungen, eine Strecke von vierzig oder fünfzig Kilometern so schnell wie möglich zu Fuß zurückzulegen. Wie gut können Sie das, wenn Sie von einem Kind begleitet werden? Oder einem Alten? Begreifen und akzeptieren Sie, dass Sie ohne einen anderen Menschen viel besser dran sind. Gemeinschaft steigert nicht etwa ihre Überlebenschancen, sie ist ein Risikofaktor für ein schnelles Ableben. 

Vertrauen Sie mir daher. Halten Sie den Mund. Seien Sie vorsichtig und misstrauisch.

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