Cigars: Die Sache mit dem Humidor


Eine Zigarre will ordentlich aufbewahrt werden. Immerhin handelt es sich um ein ziemlich anfälliges Naturprodukt und die Lagerung ist eine Wissenschaft für sich. jetzt kann man es damit natürlich - wie mit allem - übertreiben: Mann kann sich nach irgendwelchen Tabellen, Temperaturen oder den Mondphasen richten.

Oder man schafft sich einfach einen ordentlichen Humidor an und geht alles mit der notwendigen Ruhe an. Blöd nur, dass die Humidore irgendwie immer kleiner zu werden scheinen...



Irgendwann 2013 habe ich begonnen, mich für Zigarren zu interessieren und hin und wieder eine zu rauchen. Gegen Ende des Jahres gönnte ich mir dann meinen ersten Humidor.

Ein kleines Format aus rötlich lackiertem Holz, ein Einsteigermodell. Sicherlich keine formvollendete Schönheit, aber eben genau das was man brauchte, nämlichen eine Holzkiste, in der man eine möglichst konstante Luftfeuchtigkeit halten und die Zigarren damit gut lagern konnte. Er bot Platz für knapp 30 Zigarren. Das erschien mir damals mehr als ausreichend.

Dieser Humidor begleitete mich einige Zeit und er leistete gute Dienste. Irgendwann jedoch fiel mir auf, dass das Ding irgendwie kleiner geworden war. Ich musste jedenfalls beginnen, Tetris zu spielen, um die guten Stücke irgendwie in dem Kasten unterzubringen. Die Wahrheit ist natürlich, dass nicht der Humidor kleiner geworden war - irgendwie hatte sich ein Automatismus eingestellt, der dafür sorgte, dass ich hier und da nachkaufte, dass ich diese oder jene Zigarre probieren wollte und mein Humidor schlichtweg an seine Grenzen stieß.

Also legte ich Ende 2015 nach und kaufte mir einen weiteren Humidor mit einer Kapazität für etwa dreißig zusätzliche Zigarren. ich war mir sicher, damit bis zum Ende aller Tage ausgestattet zu sein, denn warum sollte ich jemals auf den Gedanken kommen, mehr als sechszig Zigarren lagern zu wollen? Dummerweise entdeckte ich in der darauffolgenden Zeit meine Vorliebe für die fetten Formate, etwa für diese Churchill Gigante. Mein Plan ging also nicht auf, denn besagtes Format nahm wieder mehr Platz weg.

Mitte 2016 stellte sich dann also heraus, dass der Platz in mittlerweile zwei Humidoren nicht ausreichte. Was soll ich sagen? In Dortmund gibt es eine menge schöner und gut sortierter Zigarrenläden und Cigarworld ist jetzt nicht sonderlich weit entfernt bzw. liefert zeitnah...

Es war also klar, dass ich ein größeres Modell brauchte. Und nun ist das ja so eine Sache. Ich rauche Zigarren nicht nur, ich sehe mir die kleinen Kunstwerke auch gerne an. Wenn ich mir also einen neuen Humidor zulegte, dann sollte es auch einer fürs Auge sein. Meine Wahl fiel schnell auf das Schmuckstück, dass auch oben auf dem Bild zu sehen ist mit einer Kapazität von 100 Zigarren. Robustos wohlgemerkt. Aber ich war mir sicher: Damit würde ich auskommen.

Und jetzt? Jetzt schreiben wir gerade einmal die zweite Woche des neuen Jahres. 2017 ist noch jung und wenn ich mir meinen Humidor beschaue, dann fällt mir auf: Der Platz reicht nie im Leben.

Sicher, ich könnte einfach mal ein bisschen Muße an den Tag legen, immer nur nachkaufen, wenn Platz da ist, wenn die Vorräte aufge(b)raucht sind. Aber es gibt dort draußen so viele gute Zigarren, so viele kleine Kunstwerke, die ich einfach haben muss. Denn keiner kann ja sagen, ob sie in einigen Monaten nicht einfach vergriffen sind, oder?

Aus der Zigarrenleidenschaft ist also irgendwie eine Sammelleidenschaft geworden. So stark, dass meine bessere Hälfte, die beste Verlobte von allen, mich gestern fragte, ob ich mir nicht gleich einen größeren Humidor ansehen wolle, wenn wir schon beim Fachhändler sind. Dafür liebe ich sie. Und ich weiß: Am Ende wird es genau darauf hinauslaufen.

Aber erst in ein paar Jahren.
Ok. In ein paar Monaten.
Aber nur noch einer. Ein großer. Dann ist Schluss.

Ganz bestimmt.


Kommentare