Writing: Das war 2017


Es geht dem Ende des Jahres entgegen und bevor alle (mich eingeschlossen) in den letzten vorweihnachtlichen Stress und dann die Feiertage versinken, möchte ich die Gelegenheit für einen Jahresrückblick nutzen. Denn wenn ich ehrlich bin, dann hat 2017 es ziemlich verdient. Wie immer: Alles hier ist subjektiv, alles nur aus der Warte meiner Schreiberei.

Was. Ein. Jahr. 
Was. Ein. Geiles. Jahr. 

Eigentlich könnte ich jetzt schon aufhören, denn diese wenigen Worte vermögen es, meine Faszination für 2017 schon ziemlich gut zum Ausdruck zu bringen. Aber das wäre weder angemessen noch fair.

2017 stand für mich unter dem Motto eines wirklich ambitionierten Projekts: 12 in 12. Am 31.12.2016 hatte ich etwas offiziell verkündet, von dem ich in den Tagen und Wochen davor immer mal wieder gesprochen hatte. Doch mit der Ankündigung war es offiziell und es gab für mich kein zurück mehr. Großspurig hatte ich verkündet, dass in 2017 gleich zwölf Bücher von mir erscheinen würden, eine Aussage, für die ich teils belächelt, teils ungläubig angestarrt wurde. Wer mich aber kennt weiß, dass ich eigentlich nicht viel laber, sondern auch liefere.

2017 startete für mich unter den besten Vorzeichen, denn ein Großteil der Bücher, die in diesem Jahr erscheinen sollten, hatte ich Ende 2016 schon fertig und in der Schublade. Wer dann allerdings meine o.g. Ankündigung mit dem vergleicht, was es dann wirklich in die Regale geschafft hat, dem wird auffallen, dass es einige Unterschiede gibt. Einige angekündigte Titel sind bis heute nicht erschienen (und werden es in diesem Jahr auch nicht mehr), andere sind wie aus dem Nichts dazugekommen. Ich habe an anderen Stellen schon hinlänglich darüber gesprochen, daher hier nur noch einmal in aller Kürze: Ich war gezwungen, manche für 2018 geplante Titel vorzuziehen, da bereits angekündigte Titel nicht erscheinen konnten. Das lag nicht an mir, sondern war und ist ein verlagsseitiges Problem. Stand der Dinge ist, dass immer noch vier Titel bei einem Verlag liegen und auf Veröffentlichung warten. Alles in allem sehr ärgerlich - aber ich wollte mich davon nicht entmutigen lassen.

Und so wurde 2017 nicht nur das Jahr, in dem die bisher meisten Bücher von mir veröffentlicht wurden, es wurde auch das Jahr, in dem ich bisher am produktivsten war. In den vergangenen 12 Monaten habe ich so viel geschrieben wie niemals zuvor in meinem Leben. Und rückblickend muss ich sagen, dass das letzte Jahr zu den besten Zeiten der letzten paar Jahre gehört.

Natürlich ging das nicht immer alles spurlos. Mein Schlafrhythmus hat sich in diesem Jahr vollständig verschoben und auf das Schreiben angepasst (und an dieser Stelle möchte ich meinem Lieblingsmenschen dafür danken, dass mir das möglich gemacht wird!) und vor ein paar Monaten entdeckte ich dann auch die ersten grauen Haare. Ich nehme das mit Humor und nicht etwa als irgendein Warnzeichen - denn ich bin rundum glücklich mit dem, was ich so mache.

2017 war für mich auch das Jahr, in dem ich endlich (wenn auch auf eine leicht verschrobene Art) zum Thema Lesungen gefunden habe. Anfang des Jahres ist Reading&Cigars  in Recklinghausen geboren worden, ein Format, das aufgrund des Ortes nicht jedem gefallen muss. Aber es ist genau das Format, an dem ich Spaß habe und letztlich auch eins, das - stand heute - bereits neun Mal stattfand. Den einen oder anderen wird es freuen, wenn er erfährt, dass es in 2018 damit genau so weitergehen wird: Jeden Monat wird es eine Lesung von mir geben, die genauen Termine dazu folgen in den nächsten Tagen auf FB. Dass eine Raucherlounge als Ort für eine Lesung einigen nicht gefällt und die Veranstaltung daher von ihnen gemieden wird, habe ich in den letzten Wochern sehr wohl mitbekommen. Aber wisst ihr, an dieser Stelle mache ich es mir einfach: Eine kostenlose Lesung muss nicht nur dem Leser zusagen, sie muss vor allem an einem Ort stattfinden, an dem der Autor sich wohlfühlt. 

2017 war auch das Jahr der Büchermessen für mich. Zum ersten Mal trieb es mich nach Leipzig und dann auch nach Frankfurt. Und diejenigen, die sich noch an meine Berichte aus Leipzig erinnern, werden wissen, wie geflashed ich von dem Zirkus war. Seit langem erlebte ich wieder mal eine Messe, die mich absolut zu begeistern wusste und ich spürte auch, dass ich genau da angekommen war, wo ich eigentlich hinwollte. Eines ist sicher: Die Messen der nächsten Jahre werden für mich ebenso zu einem Pflichttermin. Überhaupt gab es in diesem Jahr mehr Veranstaltungen, auf denen ich mich als Autor herumtrieb - die RPC, der Feencon und die Phantastika als prominenteste Beispiele. Meinen Spaß hatte ich, wenngleich ich dabei nicht immer zur Rampensau mutiere. Das mag man mir nachsehen, es ist einfach nicht meine Art :)

Was war 2017 noch? Das Jahr, in dem ich endlich den Mut fasste, meinem Traum nicht nur nachzujagen, sondern ihn auch leben zu wollen. 2018 beginnt nur noch mit einer regulären 4-Tage Woche für mich, zumindest im Hinblick auf den B&B-Job. Ich freue mich total drauf und bin jetzt schon glücklich, diesen Schritt gewagt zu haben. Alle, die das für leichtfertig halten, mag ich beruhigen: Bekanntlich bin ich Freiberufler und befinde mich in einer derartig komfortablen Situation, dass ich binnen weniger Stunden wieder auf Volllast fahren könnte, wenn sich herausstellen würde, dass das Schreiben doch nicht als Standbein reicht.

Ihr merkt es. Für mich war das vergangene Jahr wirklich großartig. 12 Neuerscheinungen, 20 Bücher insgesamt. Das erste Hörbuch. Gute Gespräche. Netzwerke. Liebe Kollegen. Ich bin der Letzte, der sich über die vergangenen 12 Monate beklagen kann. Wäre auch gar nicht meine Art. Aber natürlich ist nicht alles eitel Sonnenschein. Im Hinblick auf die Szene, ihre Fans, auf Leser, Kollegen und Verleger habe ich in 2017 auch meine Erfahrungen sammeln können. ich schätze, das gehört einfach dazu und summiert sich unter den Erfahrungen, an denen man letztlich wächst. Ich trage niemandem etwas nach, dafür ist mir meine Lebenszeit einfach zu schade.

Zum Ende möchte ich euch noch einmal danken. Einigen im speziellen, aber im Grunde habt ihr alle meinen Dank verdient. Für eure Unterstützung, für eure Worte, für eure Motivation. Ganz besonders geht mein Dank heraus an meinen Lieblingsmenschen (die beste Frau von allen), ohne die ich kaum da wäre, wo ich heute bin. Dann möchte ich dem Papierverzierer Verlag danken. Ich habe mir in 2016 nicht träumen lassen, dass die Zusammenarbeit so gut, so eng und so fruchtbar werden könnte. Ohne die Crew dort, wäre ich nicht da, wo ich stünde. Und dann ist da im Besonderen noch Ann-Kathrin Karschnick zu nennen. Wir sind nicht nur auf einer Wellenlänge (was ich vorher für schwer möglich gehalten habe), liebe Kollegin, ich habe auch eine ganze Menge von dir gelernt. Danke!


Jetzt aber will ich euch nicht länger mit meinem leicht sentimentalen Geschreibe nerven. Was bleibt, ist ein großartiges Gefühl, dass ich niemals wieder vergessen möchte.

Ich wünsche euch und euren Liebsten frohe Weihnachten und ein paar besinnliche (und hoffentlich ruhige) Tage. Genießt die Feiertage so, wie ihr es für richtig haltet und mit den Menschen, die euch wichtig sind. Anders werde ich es auch nicht machen. Einen guten Rutsch wünsche ich euch noch nicht, denn bevor das Jahr wechselt, werdet ihr noch einmal von mir hören. Versprochen. Denn ich bin euch noch einen Ausblick auf 2018 schuldig.


Bis dahin,
Felix  

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