Cigars of the week: Hole 19 | Corona Tubos


Golf und Zigarren - irgendwie scheint das zu harmonieren. Gleichwohl ich kein Golfspieler bin ist das Bild des zigarrerauchenden Golfspielers für mich sehr präsent - gleichwohl ich nicht verstehe, wie es zu diesem "Pairing" kam (Vielmehr: Ich verstehe es schon, finde es aber nicht sonderlich einleuchtend).

Wie auch immer: Es war nur eine Frage der Zeit, bis jemand mit entsprechenden Zigarren um die Ecke kam. hierzulande war es Schuster aus Bünde, Neben Zigarillos unter dem gleichen Namen sind auch Puros aus Nicaragua im Tube zu bekommen. Und nachdem diese Zigarre nun einige Monate in meinem Humidor lag, ist es jetzt an der Zeit, sie einmal auf Herz und Nieren zu testen.

Kerndaten

Hersteller: Schuster
Herstellungsart: Totalmente a mano 
Format: Corona
Einlage:  Nicaragua
Rauchdauer: 45 Min
Preis: 6,00 € / Stk  (Stand Dezmeber 2017) 

Grundlegendes

Schuster ist ohne Frage eine der Größen auf dem deutschen Markt, völlig egal ob es dabei um Eigenkreationen geht (wie etwa bei der Casa de Torres) oder um den Import (wie etwa bei RoMa Craft). Das Traditionshaus aus Bünde gibt sich vielseitig und schafft es, in vielen Disziplinen gut dazustehen.

Aus den bisher weitestgehend guten Erfahrungen ergab es sich, dass ich zuschlug, als die Zigarre bei meinem örtlichen Händler verfügbar war, dann aber ergab sich nicht die Gelegenheit, zu rauchen. Wie das immer so ist: Der eigene Humidor ist gut gefüllt und manche Zigarren verliert man eben aus den Augen. 

Praxistest

Beginnen wir mit der Haptik: Die Hole 19 kommt im Tube daher und man mag sofort verstehen warum. Immerhin soll das Produkt Golfer ansprechen und die haben auf dem Grün eben keinen Humidor dabei. Der Alu-Tube macht die Zigarre an sich robust genug, so dass man nicht dauern Vorsicht walten lassen muss, wenn man in der Natur unterwegs ist. Passend zum ganzen Thema der Zigarre kommt er in grün-weiß daher. Das mag zum Golfen passen, sonderlich angesprochen hat mich diese Farbwahl allerdings nicht. Aber letztlich geht es hier ja auch um Zigarren und nicht um deren Verpackung. Aufgeschraubt ergibt sich eine schmale Corona mit ebenfalls grün-goldener Bauchbinde. Das Format liegt erwartungsgemäß gut in der Hand und scheint keinesfalls zu fest gerollt.

Zeit für den Kaltgeruch und den Trockenzug. Bekanntlich mag ich Nicaragua und hoffte sogleich, hier einige markante Aromen zu schmecken. Einerseits bekam ich das, was ich mir erhofft hatte: kräftige, erdige Noten mit der richtigen Würze und ordentlich Nikotin. Andererseits blieb ein schwer zu fassender und irgendwie unangenehm-herber Nachgeschmack zurück. Über den Zugwiderstand der Corona kann ich nichts schlechtes berichten, sie erschien mir einwandfrei gerollt.

Die Flammabnahme funktioniert tadellos und auch der darauffolgende Abbrand war so, dass ich zu keinem Zeitpunkt korrigieren musste. Die Asche tendierte in dunkelgrauen Nuancen. Aber wie ist es mit den Aromen? Nun, was soll ich sagen: Im Grund passierte das, was ich schon beim Kaltzug und den Trockenaromen erwartet hatte. Die Hole 19 hat eine gewisse Wucht und lässt einen spüren, dass man  eine Zigarre zwischen den Lippen hat - komplexe und vielschichtige Aromen sucht man hier jedoch vergeblich. Ebenso ist es im Hinblick auf die Entwicklung die Zigarre, der Eindruck des ersten Zugs bliebt bis zum Ende erhalten, eine Veränderung konnte ich nicht entdecken.

Fazit

Man mag es schon entdeckt haben: Die Hole 19 hat mich nicht zur Begeisterung bringen können. Wenn es darum geht, eine Zigarre zu bekommen, die eben qualmt und bei der man sich nicht sonderlich auf das gute Stück konzentrieren soll (vielleicht, weil man eher aufs Golfspielen achtet), dann erfüllt die Hole 19 alle Kriterien. Wenn es aber um ein wenig mehr geht, dann wird man mit dieser Zigarre keinesfalls zufrieden. Die große Enttäuschung setzt ein, wenn man sich den Pries der Zigarre vor Augen führt, denn für 6 Euro gibt es eine ganze Menge guter Stücke, die besser sind. Viel besser. 

Wertung: 3/10

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