Cigars of the week: Condega Series F | Robusto


Condega - bis vor einigen Wochen sagte mir dieser Name gar nichts. Wenig verwunderlich, handelt es sich doch um ein Label, dass es hierzulande erst relativ kurz gibt. Wolfertz hat den Puro aus Nicaragua seit der InterTabac in diesem Jahr im Portfolio. Und so war es der diesjährigen AB Road Tour zu verdanken, dass ich überhaupt von der Condega erfuhr. Und wie das so ist: Bei Nicargua kann ich eben nicht nein sagen...

Kerndaten

Hersteller: Condega
Herstellungsart: Totalmente a mano 
Format: Robusto
Einlage:  Nicaragua
Rauchdauer: 60 Min
Preis: 3,90 € / Stk  (Stand Dezember 2017) 

Grundlegendes

Der Zigarrenmarkt ist so groß und vielfältig, dass es für den Laien (und wahrscheinlich auch für den Profi, würde ich meinen wollen) schwer bis unmöglich ist, den Überblick zu behalten. Gefühlt gibt es täglich Neuerscheinungen und gerade zum Ende des Jahres, um die Messe herum, überbieten sich Produzenten und Importeure damit, neue Zigarren auf den Markt zu werfen. Da ist es ganz normal, dass bestimmte Zigarren bzw. Marken unter dem Radar bleiben.

So ging es mit mit Condega. Ich hatte vorher wirklich noch nie von der Marke gehört und war daher umso verwunderter darüber, dass die Leute hinter dem Label gleich zwei Jahre in Folge preisprämiert wurden. Denn eine solche Auszeichnung sagt ja, dass sie ihr Handwerk eigentlich verstehen müssen, oder? Für mich daher kein Wunder, dass Wolfertz die guten Stücke ins Portfolio nahm. Was die junge Schmiede wirklich kann, das möchte ich mit dem Rubusto auf Herz und Nieren testen. Es handelt sich - für mich immer wieder spannend - um einen Puro  

Praxistest

Optik und Haptik stehen wie immer am Anfang. Die Condega liegt gut in der Hand und erscheint mir so gerollt, wie ich es optimal empfinde. Das Deckblatt ist - und da wird der Preis eine Rolle spielen - keine wirkliche Schönheit: Eine grobe Adern sind gut zu erkennen, es ist jedoch makellos. Die Bauchbinde in einem roten Grundton mit goldener Schrift ist wahrscheinlich gewählt worden, um der Zigarre einen edlen Hauch zu geben, doch ich kann mir nicht helfen: So ganz will mir der Ring nicht gefallen, wobei ich im Moment nicht einmal genau sagen kann, warum das so ist. Wenn man den Preis der Zigarre im Hinterkopf behält, gibt es in diesem Fall keine wirklichen Beanstandungen - da habe ich schon weit teurere Zigarren geraucht, die wirkliche Probleme hatten.

Schauen wir mal, was die Olfaktorik sagt. Der Kaltgeruch ist angenehm, wenn auch ein wenig unaufällig. Man merkt schon, dass man eine Zigarre vor der Nase hat und sicher auch, dass es sich um eine mit nicaraguanischen Tabaken handelt (zumindest bilde ich mir das ein), allerdings arbeiten sich diese Eindrück nicht so markant nach vorn. Im Kaltzug nach Anschnitt gibt es eben jene kräftigen Eindrücke, die ich erwartet habe: Würze mit Erdigkeit, ein wenig Holz und einen Hauch von Creme.

Zeit, das gute Stück dem Feuer zu überantworten. Die Flammabnahme ist gut, wenngleich ich ein wenig korrigieren musste, um den Abbrand so zu bekommen, dass er gerade war und mir gefiel. Nach diesen Startschwierigkeiten macht die Condega aber genau das, was sie soll, sie brennt ordentlich und gleichmäßig ab, wenn auch nicht nadelscharf (aber ich schätze, das ist auch nicht das ausgegebene Ziel). Die Rauchentwicklung ist für meinen Geschmack gefällig (es handelt sich nicht um eine Nebelkerze), der Rauch hätte dabei ruhig etwas voluminöser sein können. Die typischen nicaraguanischen Aromen sind vom ersten Moment an prägnant. Würze, Holz und Erde bestimmen den Geschmacksverlauf, ein bisschen Pfeffer mischt sich immer wieder hinzu. Man muss an dieser Stelle ganz klar erwähnen, dass es sich um eine geradlinige Zigarre handelt, aber ich schätze, dass das jedem klar ist, wenn er bei diesem Preis zugreift. Gegen eine Zunahme der Bitterkeit ab dem zweiten Drittel bot sich wie immer das Degassieren an.

Die Asche der Condega war fein und relativ instabil, der Abbrand nach anfänglichen Startschwierigkeiten völlig in Ordnung. Ein Nachfeuern war nicht nötig, die Zigarre funktionierte auch mit längeren Pausen so, wie sie es sollte.
      

Fazit

Ist die Condega ihre Preis wert?
In jedem Fall.
Ist es eine gute Zigarre?
Absolut.

Wer hier zugreift, dem sollte vom ersten Moment an klar sein, dass er sich keine komplexe Aromabombe ins Haus holt. Es handelt sich um eine handwerklich gut gemacht, wenngleich eindimensionale Zigarre, die man in meinen Augen gut "zwischendurch" rauchen kann, ohne sich groß auf das eigentliche Erlebnis konzentrieren zu müssen. Schätze, damit erfüllt sie in diesem Preissegment alle Anforderungen, die an sie gestellt werden und macht ihren Job gut. Zugreifen würde ich bei dem Preis immer wieder. 

Wertung: 6/10




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