Cigars of the week: Casa de Torres | Perfecto


Vor gar nicht langer Zeit hatte ich die Maria Mancini ebenfalls als Perfecto auf diesem Blog. Damals kündigte ich an, dass ich Casa de Torres  auch dringend einmal probieren muss, denn es ist die erste Eigenkreation aus dem Hause Schuster und da ich mit der Mancini eigentlich ganz zufrieden war, nahm ich an, da nicht viel falsch machen zu können.

Heute ergab sich dann die Gelegenheit, die Casa de Torres in einem etwas ausgefallenen Format zu bekommen und ich konnte nicht widerstehen.  Schön in der Hand liegt diese Zigarre ja schon einmal, wollen wir doch sehen, wie es mit dem Rest aussieht...

Kerndaten

Hersteller: Schuster
Herstellungsart: Totalmente a mano 
Format: Perfecto
Einlage:  Nicaragua
Rauchdauer: 45 Min
Preis: 4,90 € / Stk  (Stand September 2017) 

Grundlegendes

Ähnlich wie bei Maria Mancini handelt es sich bei Casa de Torres um eine Eigenkreation aus dem Hause Schuster. Und nicht irgendeine - sondern eben die erfolgreichste. Wenn mich nicht alles täuscht, dann feiert die Zigarrenline zur InterTabac in meiner schönen Heimatstadt bereits ihren zwanzigsten Geburtstag. Hut ab  dafür und einen großen Dank an die Familie Schuster! 

Casa de Torres kommt mit einer unheimlichen Vielfalt an Formaten daher, darunter auch die Pipa: Einer in Pfeifenform gerollten Zigarre, dich ich irgendwann mal kaufen muss. Wahrscheinlich nicht, um sie zu rauchen, sonderneinfach, um sie mir in den Humidor zu legen. Abgesehen von solchen Sonderformen ist beinah jedes gängige Format vertreten, sodass alle Vorlieben abgedeckt sein dürften. Daneben gibt es neben der normalen Linie noch zwei weitere: Especial und Maduro. 

Preislich lässt sich überhaupt nicht klagen. Mit knapp drei Euro für das kleinste Format und weniger als neun Euros für das Pipa-Sonderformat sind die aufgerufenen Preise überaus fair.    

Praxistest

Zigarren in herkömmlichen Formaten habe ich allesamt geraucht, weswegen Perfecto für mich gerade so spannend ist. Dieses Format hat es mir angetan und bei der Casa de Torres finde ich es in Perfektion. Will sagen: die vorliegende Zigarre ist für mich nicht nur optisch ein echter Genuss, sie liegt auch gut in der Hand. In der Verarbeitung makellos, das Deckblatt hell, seidenmatt und ein bisschen ölig. Zwischen den Fingern macht sich die Zigarre ebenfalls sehr gut, das Ringmaß ist für mich passend gewählt. Der Zigarrenring in blau, weiß und gold mag nicht jedermanns Geschmack treffen - Mir ist das Gold dabei beispielsweise zu kräftig - aber das ist bestenfalls ein ganz kleiner Kritikpunkt, denn wie immer kommt es darauf nicht an.    

Die herkömmlichen Linie der Casa der Torres gilt als relativ mild - ich freute mich also auf den Trockenzug. Nach dem Anschnitt zeigte sich ein optimaler Zugwiderstand und auf der Zunge breiteten sich die Aromen aus. Ich schmeckte Holz, ein bisschen Erde und runde, an Kaffee erinnernde Röstaromen. Der Kaltzug hatte mich das schon erahnen lassen, wobei ich in diesem Fall auch einen Hauch Süße erschmeckt hatte. Alles in allem eine wirklich schöne Komposition.    

Zeit, die Zigarre dem Feuer zu übergeben. Der mittlerweile bekannte Hinweis schon zu Beginn: Das Anfeuern erfordert ein bisschen Geschick und Augenmaß, damit man sich das Deckblatt nicht verkohlt. Zu Beginn hatte ich einen etwas stärkeren Zugwiderstand erwartet, wie eigentlich bei konischen Formaten üblich. nach meinem Gefühl jedoch war der Widerstand vom ersten Moment an keinesfalls schwergängig - und wurde besser, als der gesamte Querschnitt der Zigarre erreicht war. Hier hatte ich mein Déjà-vu, denn ähnlich war es mir doch bereits mit der Mancini ergangen... 

Wie war es also um die Aromen beschaffen? Vom ersten Zug an hatte ich mildes Nicaragua auf den Lippen. das ist nicht so ohne Weiteres zu erklären: Ähnlich wie andere Herkunftsländer einen charakteristischen  Eigengeschmack haben, hat Nicaragua es eben auch - und ich mag das sehr. Die zu Beginn erschmeckten Aromen blieben vorhanden, ich hatte das Gefühl, dass sie im Verlauf der Zigarre ein wenig "runder" wurden, also harmonischer zueinander passten. Der Rauch war cremig, wenngleich auch mit ein bisschen Biss, das Rauchvolumen war gut. Eingenebelt wurde ich jedenfalls nicht. 

Was den Abbrand angeht, habe ich nichts zu meckern. Er verläuft nicht immer absolut ringförmig, aber auch nicht so, dass eine Korrektur notwendig wäre. Ein Nachfeuern war nicht notwendig. Die Asche hielt sich einige Zentimeter und hatte auch danach noch eine ordentliche Stabilität.  


Fazit 

Ich kann gut verstehen, warum Casa de Torres sich so lange gehalten hat und einer so großen Beliebtheit erfreut. Für mich war es eine schöne, wenn auch etwas milde Zigarre, die mich in allen Belangen zufriedenstellen konnte. Jedenfalls habe ich ein paar davon gekauft und werde auch in Zukunft immer weider gerne zugreifen. 

Wertung: 8/10    

Kommentare