Cigars of the week: Gurkha Cellar Reserve Edicion Especial 18 Years | Grand Rothchild


Manchmal ist es an der Zeit für etwas Besonderes. Manchmal will man eben genießen - und dann lohnt sich ein Griff zu Gurkha eigentlich immer. Der Hersteller hat nicht umsonst den Ruf, die teuersten (und damit auch den Anspruch, die besten) Zigarren der Welt zu produzieren. Nun liegt es im Ermessen jedes Einzelnen, ob er mehr als tausend Dollar für eine Zigarre auf den Tisch legen will. Doch so weit muss man gar nicht gehen, denn ach weit darunter fährt Gurkha mit tollen Zigaren auf.

So auch mit der Cela Reserve 18 Years. Ich habe die 12 Years und die 15 Years bereits geraucht (und werde sie innerhalb der nächsten Wochen hier vorstellen), doch es ergab sich, dass mir nun die 18 Years in die Hände fiel. Und Chancen soll man bekanntlich ja nutzen, oder?

Kerndaten

Hersteller: Gurkha
Herstellungsart: Totalmente a mano 
Format: Hedonism (Grand Rothchild)
Einlage: Dominikanische Republik
Rauchdauer: 90 Min
Preis: 15,90 € / Stk  (Stand Juli 2017) 


Grundlegendes

Diese Zigarre bewies mir, wie nachteilig Vorbehalte gegenüber bestimmten Tabakregionen seien können. Denn wie der geneigte Leser weiß, hat die Dominikanische Republik bei mir nicht den besten Stand. Das scheint etwas psychologischs zu sein, denn obwohl ich genug andere Zigarren mit Tabaken von dort geraucht habe, geht mir immer noch dieser Impuls durch de Kopf, sobald ich davon erfahre, dass die Einlage einer Zigare dort her stammt. Und obwohl mir bewusst ist, das Gutkha gute Zigarren macht, ging es mir hier nicht anders.

Wobei die vorliegende Zigarre auch nur schwer mit normalen Zigarren aus der Dominikanischen Repunlik vergleichbar ist, denn das Deckblatt der 18 Years ist - was für ein Wunder bei dem Namen - 18 Jahre lang gelagert und gereift. Und der Aficionado weiß: Gerade das Deckblatt einer Zigarre macht ihren Geschmack aus. Könnte eine lange und durchdachte Lagerung die Tabake aus der Dominikanischen Republik also besser machen?

Praxistest

Die 18 Years ist schon aufgrund ihres Formats - und das zieht sich durch die gesamte Linie aus vier Formaten - ein Hingucker. Mit einem 58er Ringmaß und einer Länge von 6 Zoll liegt das gute Stück gut in der Hand, große Hände vorausgesetzt. Das Deckblatt ist seidig und ölig, in echter Hingucker, der im Zusammenspiel mit dem Zigarrenring wirkt. Der Zigarrenring ist relativ breit, trägt goldene Schrift auf Orange und gibt der Zigarre noch einmal einen besonderen Touch. 

Im Trockengeruch erschien mir die 18 Years zunächst mild, recht sanft und zuweilen etwas charakterschwach. Das ändert sich nach dem Anschnitt aber sofort, denn im Kaltzug kommen Leder, Erde und Toast bereits merklich hervor. Was den Zugwiderstand angeht, war ich nicht so zufrieden, glaube aber, dass es am Format der Zigarre lag. Zu Beginn ist das gute Stück relativ schwergängig, sobald man aber den ersten Zentimeter erreicht hat und die Zigarre ihren vollen Durchmesser erreicht hat, hat sich das Problem gelöst. Bis dahin kann es aber ein wenig ernüchternd sein. 

Wollen wir einmal sehen, wie die Zigarre auf Feuer reagiert. Beim Anfuern sollt man mit entsprecender Vorsicht vorgehen, um sich nicht das Deckblatt gleich in großen Stücken zu erbrennen. Wenn das gelingt, hat man zunächst mit den oben erwähnten Schwierigkeiten zu kämpfen, doch sogleich beginnt die 18 Years mit ihren Aromen zu feuern.  Und die sind angenehm komplex, es wechseln sich hintergründig Holz und Erde mit etwas vordergründigerem Leder, Frucht und Toast ab. Der Rauch ist iemlich cremig, bisweilen süßlich. Diese Aromen tanzen während des gesamten verlaufs, mal schiebt sich das ein mehr in der Vordergrund, dann das nächste. Die Mischung bleibt aber allgemein sehr rund und wirklich ansprechend. 

Was den Abbrand angeht, so ist er nicht immer gleichmäßig, was sicherlich dem Format geschuldet ist. Leider musste ich die Zigarre nicht nur zwei Mal nachfeuern sonder auch nachschneiden, um wieder einen optimalen Zug zu erahlten. Die Asche hingegen ist recht stabil, neigt aber zum ausflocken.

Fazit

Wen man weiß, wie man sie handhaben muss, wenn man mit der notwendigen Aufmerksamkeit raucht, dann ist die 18 Years eine wirklich tollte Zigarre. Vielleicht ist das auch richtig so, denn eigentlich soll man eine gute Zigarre ja auch bewusst genießen und sie nicht einfach so nebenher wegrauchen. Das Problem mit dieser Zigarre: Ich erwarte Probleme im Abbrand, vor allem aber das verlöschen einer Zigarre nicht von einem Produkt in dieser Preisklasse. Ich habe die  18Years auch als Robusto geraucht und muss sagen, dass Zugverhalten udn Abbrand hier um einiges besser warn, die Zigarre damit zu einem wirklich Erlebnis gemacht haben.   


Wertung: 8/10


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